Woojin Lee *1980 arbeitet ununterbrochen, orts- und gesellschaftsbezogen. Sie bewegt sich anders, spricht anders, schaut anders und versteht anders. Sie ist neugierig, schreibt Bilder, beschreibt Klänge, findet überall Absurditäten, zeichnet Karikaturen und ihre Schreie sind Operngesänge. Lee überspitzt mit Leidenschaft und einer überzeugenden Perfektion das westliche Klischeebild einer zielstrebigen, begabten, koreanischen Künstlerin in Deutschland. Sie stellt sich hiermit vehement auch gegen die staatliche Strenge und Erziehung ihres Geburtslandes. Lee genießt die europäischen Freiheiten. Doch Langeweile bahnt sich wie ein Unwetter in der öden Routine des Alltags im kleinen Jockgrim an..Und Lee hält auch diesen Moment mit Tusche auf Papier, oder mit einer improvisierten Cello-Session aus. In ihrer Arbeit untersucht die Künstlerin immer wieder gesellschaftliche, kulturelle Strukturen, Normen und Zwänge, Klatsch und Tratsch und hat Spaß diesen geballten Input durch ihren Filter fließen zu lassen und dessen Übersetzung unter dem Namen „Charmantes Flüstern“ mit uns zu teilen. Lee ist in Korea geboren und aufgewachsen. Nach einem Kunststudium in Seoul (Bildhauerei/Malerei) kam sie für ein weiteres Studium nach Deutschland und studierte an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Tatjana Doll.
http://www.woojin.de/
https://www.youtube.com/watch?v=9DBoUUPedQo

Text: Stefan Wäldele