Sarah_Kirsch_about

© Bild: Sarah Kirsch















Such dir einen Ort und schlafe

-Dialog mit Selbst-

Wie geht Zeit?
Immer anders – für jeden.
Endet die Zeit?
Ja, bis sie wieder anfängt.
Ändert die Zeit?
Immer wieder.
Wieviel Zeit gibt es?
Das weiß ich nicht. Kommt vielleicht auf die Masse an.
Was macht die Zeit in der Malerei?
Sie bleibt für einen Moment stehen. Bis jemand sie betrachtet, dann ändert sie dem
gedanklichen Anlass ihres Gegenübers entsprechend ihre Garderobe.
Kann die Zeit sich wiederholen?
Vielleicht. Ich glaube schon.

Aber warum diese Wolken?
Das Resultat der aufeinandertreffenden Zeiten, kalte und warme oder harte und
weiche Zustände… natürlich nur, wenn es einen Betrachter gibt, der das Treffen
stört. Kalte und warme Luft sind Gedanken und Prozess, die Staubteilchen der
Betrachter.
Oder
Es sind Zwischenwesen mit Erinnerungen an vertraute Szenen. Sie sind lebendig
und still zugleich, wie ein Traum. Sind Filter für störende Geräusche, um das Sehen
nicht zu behindern.
Oder
Es sind Charakter-Dummys die jeden vorstellbaren Protagonisten simulieren.
Zu beliebig?
Nein. Mutation. Eine gewisse Flexibilität für die subtile Bewegung des Betrachtens.
Kein Stillstand/kein Ende.
Womit wir wieder bei der Zeit wären…
Ich sag doch – die Zeit kommt immer wieder.
Ok. … „Such dir einen Ort und schlafe“ – warum dieser Titel?
Er passt. Die Bilder sind der Ort. Da kannst du schlafen. Die Wolken sind der Traum.
Darin wiederholt sich die Zeit während sie weiterläuft.

Text: Sarah Kirsch