Margarita Kopp *1985 in Iljitschowka (Kasachstan), ist die sexy Pin-Up-Protagonistin ihres eigenen Comicstrips.
Sie schafft kurze Zeitfenster und malt Portale, durch die sie in andere fantastischen Welten hinein gelangt, um dort mit der Sonne im Rücken weiter zu träumen.
„Dream on“ ist der Titel ihrer Ausstellung im Maquis Mami Wata, aber auch einer der Best-Of-Songs von Aerosmith (1973). Eine Hymne zur Glorifizierung der Freiheit einer Gewinnernation.
Ihre aus Ton modellierten voyeuristischen Schnappschüsse vermitteln neue Schönheitswerte. Es sind weder Absurditäten noch Zirkusstrategien, die sich die Künstlerin ausdenkt, um eine gewollte Provokation auszulösen, sondern fotografische Momente, an denen das Subjekt sich sicher und unbeobachtet in seiner Gesamtheit fühlt, um sich dann leichtsinnig an einer von ihr ausgelösten Erektion selbst zu befriedigen.
Handgroße Gefäße, Fetische, deformierte Ikonen aus den grellen PlasmaTV- Disneylandschaften, ergänzen Kopps Sammelsurium. Büsten aus Seife und Bienenwachs. Kerzenlicht für die Dunkelheit und Seifen für Reinheit: gewöhnliche, unverzichtbare Gebrauchsgegenstände, Opfergaben für die Mutter aller Schöpfungen.
Kopps Creol errinert an haitianischen Voodoo-Zauber, importiert aus der Goldküste Schwarzafrikas. Verführerisch, teuflisch, heilsam und eigenwillig.
Der Afrokult, den ich der Künstlerin zuweise, widerspiegelt ihren Kampf gegen die imposante Vatikanromantik, deren Ideale und Unterdrückungsästhetik.
Margarita Kopp studierte an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. Tatjana Doll und Henning Strassburger. Sie war Meisterschülerin bei Prof. Ulla von Brandenburg.



Text: Stefan Wäldele