Please show you’re not a robot

Die Menschheit wacht in einem künstlichen Schlaf. Please show you‘ re not a robot.
Hunderte gemalte Bläschen verdichten sich zu einer speichelähnlichen, viskosen Schaummasse, säuerlich wie nach einem mehrfach ausgelösten Würgereiz, und tropfen auf die Schuhe des Malers. „Ceci n‘ est pas une pipe“ schreibt der Künstler auf seine Leinwand.
Eine Glasbong ersetzt Magrittes hölzerne Pfeife. Noch ein Köpfchen, Malerei ist schon was schönes! Alles wiederholt sich, alles dreht sich, alles dehnt sich vom Unermesslichen bis ins Unerträgliche aus… der ganze Ballast versinkt langsam in Großmutters Schoß. Bloß nicht einschlafen Freddy! Doch die süße Verlockung des Kontrollverlusts übermannt seine Sinne. „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“. Der Kopf ist rund und rollt davon. Der Kampf mit seinen Dämonen hat begonnen: Als befinde er sich im Bardo- Zustand, irgendwo zwischen Diesseits und Jenseits, ohne Wegweiser an seiner Seite, irrt der junge Mann alleine durch geheimnisvolle Sphären. Doch der Maler findet immer einen Weg in seine Realität zurück. Alles ist echt!
Freddy Witz‘ surrealistischer Realismus fängt dort an, wo die künstliche Intelligenz endet.

Freddy Witz wurde 1985 in Bühl (Baden) geboren und lebt heute in Berlin. Er studierte von 2010 bis 2016 an der Außenstelle der Akademie der bildenden Künste Karlsruhe in Freiburg und absolvierte anschließend 2016 bis 2017 sein Meisterschülerjahr in Karlsruhe bei Prof. Leni Hoffmann.


Text: Stefan Wäldele 2020